Inkasso und Auszahlung

Die SSA zieht die Entschädigungen für die Nutzung der Werke bei den Werknutzern ein und leitet sie an die Urheber/innen resp. die Berechtigten weiter. Die Auszahlung der Entschädigungen erfolgt grundsätzlich gemäss der effektiven Nutzung der einzelnen Werke. Die Nutzungsart der Werke sowie die Berechnungsgrundlagen werden bei der Abrechnung detailliert ausgewiesen.

Häufig melden die Werknutzer melden ihre Nutzungen der SSA unaufgefordert. Die SSA verfolgt aber die Werknutzungen auch selber in den Medien.

Senderechte

Die SSA handelt mit den Radio- und Fernsehanstalten periodisch den Preis der Nutzung ihres Repertoires aus und stellt ihnen entsprechend Rechnung. Diese Gesamteinnahmen werden gemäss Ausstrahlungsdauer der einzelnen Werke auf die Urheberinnen und Urheber aufgeteilt, wobei Minutentarife angewendet werden, deren Höhe von der Werkkategorie sowie Kriterien wie Ausstrahlungszeit, Erstausstrahlung oder Wiederholung, 1. oder 2. Senderkette usw. abhängig ist. Die Ausschüttung erfolgt monatlich aufgrund eines provisorischen Tarifs und wird gegebenenfalls bei Vorliegen der definitiven Zahlen durch eine spätere Zuteilung ergänzt.

Catch-up TV

Die SSA handelt mit den Fernsehanstalten die Bedingungen aus, zu welchen diese die Werke des SSA-Repertoires während sieben Tagen nach der Ausstrahlung auf ihrer Website zur Verfügung stellen können.

Aufführungsrecht für die Bühne

Die Aufführungsentschädigungen werden für jedes Werk pro Aufführungsserie eingezogen und direkt dem Urheber/der Urheberin gutgeschrieben. Berechnet wird ein proportionaler Anteil am Ertrag des Billettverkaufs oder ein Minimalbetrag pro verfügbarem Platz (bei Gastspielen und Tourneevorstellungen ein Prozentanteil des Verkaufspreises der Aufführung). Für Schülertheater und Schulvorstellungen professioneller Truppen besteht ein Vorzugstarif.

Vervielfältigungsrecht

Die Entschädigungen für Herstellung und Vertrieb von Werkexemplaren (bespielte Ton- und Ton-Bild-Träger) werden bei den entsprechenden Verlegern eingezogen.

Die Rechte der zwingend kollektiven Verwertung

Die fünf schweizerischen Verwertungsgesellschaften (SSA, SUISSIMAGE, SUISA, ProLitteris, Swissperform) handeln für jeden Bereich mit den entsprechenden Verbänden der Werknutzer einen gemeinsamen Tarif aus und bezeichnen die jeweils für das Inkasso zuständige Verwertungsgesellschaft. Die eingezogenen Entschädigungen werden entsprechend der Repertoire-Anteile auf die Verwertungsgesellschaften aufgeteilt und von diesen an die betroffenen Mitglieder ausbezahlt. Die Auszahlung erfolgt jährlich.

Internet

Für die sich in starker Entwicklung befindenden Online-Nutzungen des Internets bestehen noch keine verbindlichen Tarife. Die Simulcast-Nutzung verschiedener Sendeanstalten ist in die Senderechtstarife integriert. Andere digitale Nutzungen werden von Fall zu Fall, wenn möglich in Anlehnung an bestehende Tarife, geregelt

Inkasso im Ausland

Die SSA hat mit den meisten ausländischen Urheberrechtsorganisationen, die in den gleichen Bereichen tätig sind, Verträge über eine gegenseitige Vertretung abgeschlossen. Jede Gesellschaft zieht auf ihrem Territorium die Entschädigungen gemäss ihren eigenen Tarifen ein und überweist sie der entsprechenden Schwestergesellschaft. In Ländern bzw. Bereichen, in denen die SSA über keine Vertretung verfügt, kann sie selber direkt tätig werden.

Anteil der SSA

Von den einkassierten Werknutzungsentschädigungen behält die SSA einen je nach Nutzungsart unterschiedlichen Anteil zurück, um damit ihren eigenen Aufwand zu finanzieren und die Kultur- und Sozialfonds zu alimentieren (Durchschnitt 2017: 12,81%)