Der mediale Service public ist für das Schweizer Filmschaffen unverzichtbar

Die Initiative «200 Franken sind genug» kommt am 8. März vors Volk. Sie zielt darauf ab, die finanziellen Mittel des medialen Service public in der Schweiz drastisch zu kürzen. Damit würde nicht nur die SRG zerstört, sondern auch das gesamte Schweizer Filmschaffen gefährdet – und mit ihm ein wesentlicher Teil unserer Kultur.

Hinter der scheinbaren Sparmassnahme verbirgt sich eine ernsthafte Bedrohung für die Schweizer Kultur, die zu einem grossen Teil von der Sichtbarkeit durch die SRG abhängt. Eine Halbierung der Finanzierung würde weniger Ressourcen für lokale Filmschaffende, weniger Verbreitungsmöglichkeiten für Schweizer Werke und einen Rückschlag bei der Förderung der kulturellen Vielfalt bedeuten. Die SRG hat den klaren Leistungsauftrag, die Schweizer Kultur zu fördern – einschliesslich Film, Literatur und Musik. Deshalb investiert sie jedes Jahr in Schweizer Produktionen. Eine Schwächung der SRG bedeutet automatisch eine Schwächung des kulturellen Schaffens unseres Landes.

Die Schweizer audiovisuelle Branche umfasst rund 3700 Vollzeitstellen, d. h. mehr als 5000 Personen arbeiten in der Schweizer Filmproduktion. Etwa ein Drittel dieser Stellen wäre im Falle einer Annahme der Initiative direkt betroffen.

Ohne eine stabile Finanzierung drohen viele Produktionen, die unsere kulturelle und sprachliche Identität prägen, zu verschwinden oder zugunsten standardisierter oder ausländischer Inhalte an den Rand gedrängt zu werden. Über den Pacte de l’audiovisuel investiert die SRG derzeit 34 Millionen Franken pro Jahr in die unabhängige Schweizer Filmbranche, wodurch jährlich mehr als 200 Projekte realisiert werden können. Darüber hinaus vergibt die SRG jedes Jahr Produktionsaufträge im Wert von über 40 Millionen Franken, beispielsweise für Serien wie «Tatort», aber auch für Sendungen wie «Mini Chuchi, Dini Chuchi» und andere Formate, die heute zu 80% an Schweizer Produktionsfirmen und Fachleuten fliessen. Würde die Initiative angenommen, könnte der Pacte wahrscheinlich nicht verlängert werden und die Produktionsaufträge müssten stark reduziert werden.

In einem kleinen und komplexen Markt wie der Schweiz, der mehrsprachig ist, kann der audiovisuelle Bereich kaum «rentabel» sein. Nur ein starker medialer Service public ermöglicht es, dass Filme und Serien unsere eigene Sicht auf die Welt widerspiegeln oder Geschichten aus unserer Region erzählen. Und dafür sind 200 Franken nicht genug.

Stimmen Sie am 8. März mit NEIN zur Initiative gegen die SRG und rufen Sie andere dazu auf, dies ebenfalls zu tun.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.unsere-kultur-retten.ch/